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Noch ist nicht aller Tage Abend

Wenn man den Vortrag von Herrn Henkel (designierter CDU Bürgermeisterkandidat) vom 17.12.2019  im Rat mit etwas Abstand Revue passieren lässt, dann drängt sich immer mehr die Frage auf, warum in alles in der Welt die vermeintlich so erfolgreiche Politik von Herrn Heß nicht mehr durch den alten Bürgermeister fortgesetzt werden sollte? Der neue Kandidat der CDU hat nicht einen Kritikpunkt zugelassen, der erklärt, warum er und nicht Herr Heß der bessere Kandidat ist. Der offensichtliche Versuch den Abschied von Herrn Heß als freiwillig dastehen zu lassen, ist nach Meinung vieler schwach und durchsichtig.

Schließlich hatte Herr Heß noch ein paar Tage vorher sein Interesse nach einer weiteren Amtsperiode bekundet. Am 20.11. titelte die Westfalenpost:“ Bürgermeister Heß würde gerne weitermachen“ klick Auch Lokal Plus berichtete unter der Überschrift :“ Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß würde für eine erneute Kandidatur zur Verfügung stehen. klick

Nach Informationen aus CDU Kreisen kam dann der ominöse Dienstag, der 3.12.2019 im Gasthof  Steinhoff in Schönholthausen.

Auch wenn uns detaillierte Informationen über die CDU interne Veranstaltung vorliegen, werden wir sie nicht veröffentlichen, es sei denn, jemand aus der CDU würde aus erster Hand berichten und das mit offenen Visier und seinem Namen.

Offensichtlich trifft der Artikel vom 6.12. im Sauerlandkurier aber die Stimmung. Hier wird der Bürgermeister zitiert:“ „Ich bin davon ausgegangen, dass ich einen anderen Abgang verdient gehabt hätte …“ und weiter „Schade, ich wollte mich gern noch einmal zur Verfügung stellen …“  weiter „Dennoch ist mir klar, dass das Verhältnis gegenüber der CDU-Fraktion und Achim Henkel nicht ganz leicht werden wird.“ klick

Um nun den Bogen zum Anfang des Berichts zu spannen, ist die Haushaltsrede von Achim Henkel, der alles, aber auch alles was er aus der Zeit des Bürgermeister Heß kommentierte rosarot malte, schwer zu verstehen.

Wie groß müssen denn eigentlich die Schuhe des Newcomers sein,  in denen er seinem Vorgänger nachfolgen will?

Als Randnotiz zur Ratssitzung am 17.12. 2019 ist dann der Auftritt des SPD Fraktionsvorsitzenden Nagel bemerkenswert, der sich demonstrativ und körperlich hinter die aktuelle Verwaltung und damit natürlich vor allen hinter den Leiter der Verwaltung – Bürgermeister Heß stellte.

Sicherlich kann gemutmaßt werden, dass sich Dietmar Heß bei der Veranstaltung in Schönholthausen eine ähnliche Geste seiner CDU gewünscht hätte. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, warten wir doch ab,was in den nächsten Tagen passieren wird.

Ratssitzung 17.12.2019  Thema: Wirtschaftliche Lage

Hier die detaillierten Zahlen zu den 3 Eckpunkten der Rede von Christian Vollmert.

Wie die Redner von SPD und der designierte BM Kandidat der CDU diese Fakten über den grünen Klee loben können, bleibt ihr Geheimnis.

Die Schulden wachsen, die nächsten Jahre werden mit Verlusten geplant und 2019 konnte nur aufgrund der, im Vergleich mit den anderen Kreiskommunen, massiven Unterstützung des Landes positiv gestaltet werden.

Schuldenstand 2020

Schulden Anfang  2020            8.0 Mio€        

Neuaufnahme                                2,5 Mio€        

Tilgung                                               0,9 Mio€        

Schulden Ende 2020                  9,6 Mio€        

Steigerung : 20%

Quelle : Entwurf Haushaltsplan 2020

 

Jahresergebnis

Prognose 2019                  403.271€

Plan 2020                           -1.015.500€                 

Plan 2021                          –    905.700€

Plan 2022                           –    623.500€     

Plan 2023                                   36.300€

Quelle : Entwurf Haushaltsplan 2020

 

  
Kommune Kreis OlpeSchlüsselzuweisung          2019
Attendorn    253.741 €
Drolshagen    157.667 €
Finnentrop 3.556.923 €
Kirchhundem    300.452 €
Lennestadt    324.483 €
Olpe    233.040 €
Wenden    193.966 €

Quelle : Land NRW

 

Ratssitzung 17.12.2019 Thema Schule

Man kann den Eindruck haben, dass man in der Öffentlichkeit nicht über die Gesamtschule Finnentrop diskutieren darf. Es sei denn, man ist der Bürgermeister. Er hat offensichtlich innerhalb der letzten zwei Jahre alles dafür getan, das Vertrauen in den Schulträger zu erschüttern. Wie kann man innerhalb eines Jahres mit großem öffentlichen Tamtam, zunächst die Oberstufe ankündigen, dann absagen, dann die Fusion mit Werdohl ankündigen, eine gemeinsame Oberstufe mit Werdohl nachlegen und dann beides absagen.

Quo Vadis Gesamtschule Finnentrop fragen sich Kinder, Eltern,Lehrerinnen und Lehrer. Und die Antwort des Bürgermeisters und seiner Fraktion sind wüste Beschimpfung der Opposition, die auch noch an den Finnentroper Schulverhältnissen schuld sein soll.

Bei diesem kindlichen Versuch sich auf Kosten  Anderer rein zu waschen, helfen zwei Zitate von Konfuzius:

Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker.

und

Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Was geschah in den Nächten 19+20.11.2019?

Man muss nicht weit zurück schauen um die Wirklichkeit der deutschen Energiewende zu begreifen.

Am 19.11. gab es Deutschlandweit eine stürmische Nacht. Das Resultat: Die bestehenden Windkraftanlagen erzeugten 31,5GW Strom und damit mehr als die Hälfte des Bedarfs.

Genau 24 Stunden später – produzierten die gleichen Windturbinen lediglich 0,83GW.

Wenn wir nicht sprunghaft die Reserven aus Kohlekraft, Kernenergie und Gas hochgefahren hätten, wäre die Nacht am 20.11. geschichtsträchtig als „German Blackout“ in Erinnerung geblieben. Hätten uns nicht auch noch die tschechischen Braunkohle- und Kernkraftwerke massiv gestützt, wäre es nicht so geräuschlos abgegangen.

Daten : Frauenhofer Institut klick

Die Planung aus Kernenergie und Kohle auszusteigen und nicht zumindest deutlich in Gas zu investieren zündelt an der Substanz der deutschen Energiesicherheit. Aber wir – klar wir brauchen keinen Dreisatz und Physik haben wir abgewählt. Wenn wir unser Geld für immer mehr Windturbinen verpulvern, werden windstille Nächte zum Alptraum.

Wie wusste schon Wilhelm Busch:

Aus der Mühle schaut der Müller,
der so gerne mahlen will.
stiller wird der Wind und stiller,
und die Mühle stehet still.

So geht’s immer, wie ich finde,
rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn, so fehlt’s am Winde,
hat man Wind, so fehlt das Korn.

Wenn die Windturbinen kommen, dann kommen sie riesig weil …..

nur so der maximale Profit erzielt werden kann.

Um das zu verstehen, versuchen wir so einfach wie möglich die Physik, die hinter dem Prozess steht zu erklären.

Wir beschränken uns hier auf die Höhe in der die Flügel zusammenlaufen (Nabenhöhe) und der Flügellänge.

Die Höhe hat 3 Gründe:

Die Windturbinen benötigen eine gleichmäßige (laminare) Strömung. Oberhalb von Bäumen oder in der Nähe von Hindernissen ist die Strömung aber oft gestört (turbulent). Daher ist ein möglichst hoher Abstand vor allen in Waldgebieten nützlich.

Je höher man baut umso höher ist die mittlere Windgeschwindigkeit. Im Gebiet um Serkenrode ist ein solches typisches Geschwindigkeitsprofil:

Höhe 100m = 6m/s    

Höhe 150m 6,75m/s      

Höhe 200m = 7,25m/s   m/s =(Meter pro Sekunde).

Was auf den ersten Blick als kaum unterschiedlich daherkommt, hat aber in der Leistung der Anlage einen wesentlichen Einfluss. Denn die Leistung ist in der dritten Potenz abhängig von der Windgeschwindigkeit.

Und dann werden aus 17% höherer Windgeschwindigkeit wundersame 43% mehr Windleistung. Und das ist bares Geld!

Und dann noch etwas ganz triviales. Bei den geplanten Flügellängen benötigt man Höhe damit man genug Bodenabstand beim Durchlaufen des unteren Punktes hat.

Stellen wir uns einfach mal vor, man würde die Flügel an eine der drei „Babyanlagen“ oberhalb von Schöndelt anbringen. Die haben Nabenhöhen von 70,5m und 77,7m.

Wenn man da die Flügel von 85m (letzter Planungsstand von Ende Sept.2019) anbringen würde wäre das Windturbinenleben nach einer drittel Runde schon vorbei und die Flügel steckten im Dreck. Nun ja mir fällt kein besserer Vergleich ein, aber das macht so viel Sinn wie zum Beispiel Brücken mit nur einem Ende.

Aber dann gibt es noch einen Wermutstropfen für die Natur und die Investoren, wenn es so hoch hinaus geht. Auch hier hilft die Physik. Am Boden der Windturbine muss ein Drehmoment aufgenommen werden. Und diese Drehmoment ist das Produkt aus Kraft und Höhe. Mit der Kraft beschäftigen wir uns im zweiten Teil wenn es um die Flügellänge geht.

Es bleibt festzuhalten, dass das aufzunehmende Drehmoment mit der Höhe steigt- und damit die Masse die als Fundament in die Sauerländer Erde gebuddelt wird.

Nun zur Flügellänge.

Da hat sich in den letzten Tagen bemerkenswertes abgespielt. Bis Mitte September liefen die Planungen noch mit einem Rotordurchmesser von 158m. Dann in den Planungen Ende September tauchen plötzlich  bei der Mehrzahl der Anlagen 170m auf. Und auch das hat mehr Auswirkungen auf den Profit als es zunächst aussieht. Denn die Nutzfläche steigt hiermit von

158m x 158m x0,785 = 19597qm auf

 170m x 170m x 0,785 = 22687qm und damit um 16%.

Und dazu der Vergleich gegenüber den aktuellen Schöndelter „Babyanlagen“ mit 43,7m Durchmesser:

43,7*43,7*0,785= 1500qm.

Damit ist die geplante Rotorfläche 15x (fünfzehn mal) größer als heute in Schöndelt.

Und das ist, – na ihr wisst es schon – bares Geld für die Investoren und Profiteure.

Nun haben wir auch schon fast alles zusammen um die Windleistung berechnen zu können. Was noch fehlt ist die Dichte der Luft. Und die ist ca. 1,2kg/m3. Wer hätte das gedacht. Ein Würfel mit der Kantenlänge von 1m Luft wiegt 1,2kg!

Somit bleibt als Berechnung der Windleistung die Formel:

Windleistung= 0,5 * Dichte Luft *Rotorfläche * Windgeschwindigkeit * Windgeschwindigkeit * Windgeschwindigkeit

Um letztendlich die abgeführte elektrische Leistung zu berechnen, wird die Windleistung um diverse Wirkungsgrade reduziert. An der Steckdose kommt schließlich nur ein Bruchteil der Windleistung an.

Und was bedeuten die größeren Flächen und größeren Kräfte – natürlich noch größere Fundamente.

Auch wenn diese Zusammenstellung stark vereinfacht, hoffen wir, dass jeder die Zusammenhänge nach dem

warum so hoch und

warum so große Flügel nachvollziehen kann.

Es geht halt um viel Geld in den Taschen weniger auf Kosten vieler.

Die politische Aussage, dass man ja noch später über eine Höhenbegrenzung entscheiden kann, ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert. Warten wir mal ab, ob der Rat der Gemeinde Finnentrop seinen Beschluss mit der Begrenzung auf 100m zurücknimmt und wie weit er dann den Investoren noch entgegenkommt.

Vor über fünf Jahren warnte Clemens Bernemann schon vor genau dem Windkraftszenario, das sich heute immer mehr abzeichnet.

 „Die Waldgrundstücke gehören zum großen Teil den Bauern –Die Landschaft gehört ihnen nicht! “ – Clemens Bernemann

Clemens Bernemann hatte Recht! Im Rahmen der Diskussion um die Industrialisierung der Frettertaler Wälder mit Windkraftanlagen, versuchen die Profiteure aktuell mal wieder die Freien Wähler Finnentrop nach der typischen Machart zu diskreditieren.“ Die wollen sich an das Thema hängen um bei den Kommunalwahlen zu profitieren.“ Schade für die Propagandamaschinerie ist nur, dass Clemens Bernemann schon vor 5 (fünf) Jahren einen Vortrag im Frettertal zu diesem Thema gehalten hat. Damit ist zumindest bei diesem Thema das „Henne-Ei-Paradoxon“ gelöst. klick hier

Damals gab es noch den Dornröschenschlaf im Frettertal und die CDU Märchenonkel fanden noch mit ihrer „Freie Wähler sind gegen alles“ Echolalie reichlich Zustimmung. Warum der 2.Vorsitzende der Freien Wähler Finnentrop sich schon 2014 mit dem Thema beschäftigt hat, war (ist) die Sorge, dass wir unseren größten Wert, die wunderschöne Natur und die Wälder der Gier Einzelner opfern. Am 6.4.2017 hat Clemens Bernemann nochmals in Serkenrode vorgetragen. mehr hier

Es bleibt festzuhalten, dass Clemens Bernemann mit Weitsicht  schon vor fünf Jahren vorhergesehen hat, dass willige Politik in Kombination mit lokalen Profiteuren den idealen Nährboden für die Investoren bieten.

Warum wir keine Stellung zur s.g. Informationsveranstaltung am 7.10.2019 in Serkenrode bezogen haben? Die Antwort ist einfach – uns fehlten die Worte.

Zu sehr beeindruckte uns, wie der Bürgermeister der Gemeinde Finnentrop, Herr Dietmar Heß die Unterschriftenaktion „seiner“ Bürger kommentierte.

Dies war einer der Momente, wo kurzzeitig die Maske fiel und jeder verfolgen konnte wie es um die Demokratie in unserer Gemeinde bestellt ist. Wir, die in der Vergangenheit schon einige Male in den zweifelhaften Genuss dieses Schauspiels gekommen sind, waren aber trotzdem geschockt.

In den von der  Windindustrie betroffenen Gebieten hatten sich mehr als die Hälfte der Bewohner mit ihrer Unterschrift gegen die Windkraft ausgesprochen. Die Wucht von 1500 Unterschriften ist für die Gemeinde Finnentrop ein außergewöhnliches Votum.

Und der Bürgermeister, hat davon aus der Zeitung erfahren. Und mit diesem rudimentären Wissen hat er in seiner unbeschreiblichen Weisheit kommentiert, – es ändert sich dadurch sowieso nichts. Auf welcher Seite Herr Heß steht, sollte spätestens jetzt dem letzten Bewohner klar sein. Treffend brachte ein Besucher sein Verhalten auf den Punkt:“ Der ist wie ein Feuerwehrmann, der seelenruhig zusieht wie es lichterloh brennt und seine Tatenlosigkeit anschließend mit den Worten rechtfertigt, – wieso löschen? Es hat mich doch keiner gerufen“.

Der Eindruck den ein solches Verhalten an den Tag legt ist ein Schlag ins Gesicht jedes Bürgers. „Wir sind Bürger 2.Klasse“ – „Stimmvieh“ – „Unverschämtheit“ waren noch die eher harmlosen Kommentare zum Verhalten des „ersten“ Bürgers der Gemeinde. Und wie reagieren die direkt gewählten Räte aus dem Frettertal?

Da stand keiner auf und sagte seinen Bürgern Unterstützung zu. Entweder teilen die Herrschaften die Meinung von Herrn Heß oder haben einfach nicht dem Mumm dazu Stopp zu sagen und auf die Sorgen der Menschen einzugehen. Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, was 30Jahre absolute Mehrheiten der CDU aus unserer Gemeinde gemacht haben, dann die zusätzliche Bemerkung des Bürgermeisters als der dem Sinn nach die Frettertaler warnte, auch wenn ihr andere wählt, die werden es nicht anders machen.

 

Der Vollständigkeithalber hier der Bericht aus dem Sauerlandkurier klick