Kategorie-Archiv: SWAP Spekulation

Zocken mit Steuergeldern

SWAP Geschäfte : Nun nehmen wir die Aussage mal ernst

Gut das es unter den Freien Wählern Naturwissenschaftler gibt. Diese Spezies ist ja bekannt dafür, logisch zu hinterfragen. Spannend ist da eine Analyse eines „Freien“.

„Also wenn unser Bürgermeister behauptet, dass wir mit seinen Swap Geschäften nicht den erhofften Gewinn erzielt haben aber gleichzeitig behauptet, dass kein Verlust aufgetreten sei, dann kann es nur ein ausgeglichenes Geschäft sein. Setzt man gleichsam an, dass der Wechselkurs zwischen Sfr und Euro täglich schwankt, kann die Aussage des Bürgermeisters nicht stimmen.“ Damit ist – dem mail des Freien folgend- die Aussage falsch! Schon starker Tobak, wenn durch einfache Zusammenhänge die Aussage des ersten Bürgers der Gemeinde unlogisch und damit unwahr erscheint.

Wir würden uns freuen, wenn unser erster Bürger unser Angebot nutzen würde zu erklären, dass diese fundamentalen Zusammenhänge falsch sind. Also hier und jetzt das Versprechen, dass wir die Gegendarstellung des Bürgermeisters 1:1 auf Finnentrop.net veröffentlichen werden. Wenn er sich dann traut?!

Swap war kein Ruhmesblatt?

Was man in diesen Zeiten nur als Aprilscherz – und das als schlechten verstehen kann ist aber scheinbar keiner. Da wird der Bürgermeister im Kurier mit den Satz zitiert

„ SWAP war sicherlich kein Ruhmesblatt für die Gemeinde, aber letztlich haben wir keinen Schaden erlitten, aber auch nicht den erhofften Gewinn“.

Wenn das so die Wahrheit ist, dann fragen wir uns,

–          warum der Vergleich mit der WestLB Nachfolgergesellschaft, wenn es keine Verluste zu beklagen gibt?

–          warum dann Rückstellungen in Millionenhöhe?

–          warum werden die Rückstellungen nicht komplett aufgelöst?

–          stimmt es, dass allein die Anwalts-Prozesskosten mehr als 100.000Euro ausmachen?

Und letztlich entlarvend ist der letzte Satz „aber auch nicht der erhoffte Gewinn“

Hoffte der Bürgermeister bei seinen Spekulationen auf Gewinn? Jeder Spieler weiß, dass des einen Gewinn des anderen Verlust ist. Das Geld bei SWAP Geschäften ist nicht weg, sondern nur in den Taschen derer, die es sich ob der offensichtlichen Naivität der Verlierer gut gehen lassen.

Der Bericht im Kurier klick

Anzeige gegen Finnentroper Bürgermeister

titelt die Westfalenpost am 24.2.2018. mehr hier

Jetzt beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Siegen mit der besonderen Art von Spekulationsgeschäften der Gemeinde Finnentrop. Prof. Sinn der Ökonom und Ex.Chef des Ifo Instituts wird zu den Swap Geschäften zitiert:“ „Fahrlässig bis zum Geht nicht mehr“

Nehmen wir uns mal die Antworten vor, die der Bürgermeister als Entschuldigung /Erklärung anführt.

Heß: „Alles Märchen“

Fin.net: Verluste für den Steuerzahler, also für uns alle, haben nichts mit Märchen zu tun. Die Antwort ist bezeichnend.

Heß: „Es gibt keinen Verlust“

Fin.net: Warum wurden dann Rückstellungen in Millionenhöhe gebildet? Diese Aussage ist eine Beleidigung für alle, die Bilanzen interpretieren können.

Heß: “Und wenn es sie gäbe (die Verluste) wäre ich nicht allein verantwortlich“.

Fin.net: Herr Bürgermeister wer ist verantwortlich? Der Pförtner, die Sachbearbeiterin, oder gar die Reinigungskraft. Meine Güte, der voreilende Versuch sich hinter Mitarbeitern zu verstecken trägt schon zwei grundsätzliche Haltungen in sich. A) So sicher, dass die eigene Aussage stimmt, kann man nicht sein. B) Mutig wäre gewesen, wenn man dann die Gesamtverantwortung auf sich genommen hätte.

Der Vergleich mit der EAA* Heß: “Das ist alles geprüft und schon lange erfolgreich abgeschlossen“

Fin.net: Warum ein Vergleich mit dem Nachfolgerunternehmen der WestLB wenn es keine Verluste gibt? Warum sind dann nicht sämtliche Rückstellungen von 5,2Mio.€ dem Haushalt zugeflossen? Warum nur 3,28Mio.€.? Wo sind die verbleibenden 2.000.000€ geblieben?

Die besondere Finnentroper Brisanz an den Geschäften liegt aber auch an der terminlichen Situation. Im Oktober 2007 wurde gewarnt und trotzdem hat Finnentrop im Jan 2008 und Nov 2008 diese Geschäfte getätigt. Am 15.9.2008 ging Lehmann in Konkurs. Damit begann die weltweite Finanzkrise und das Thema Spekulation war wochenlang in aller Munde. Das als „Lieschen Müller“ schon begriffen hatte, was Spekulation anrichtet, die Gemeinde trotzdem im November Swapgeschäfte tätigte, ist nicht nachvollziehbar.

Warum offensichtlich der Rat der Gemeinde nicht beteiligt wurde ist ebenfalls ein Mysterium, dass gemeinhin nur im Land der Satire oder des Märchens zu erklären ist.

*Finnentrop hat einen Vergleich mit der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA), dem Rechtsnachfolger der West LB, im Zusammenhang mit den für die Kommune verlustreichen Swap-Zinsgeschäften geschlossen. Als das Ergebnis der Spekulation auch in Finnentrop klar wurde, klagte die Gemeinde gegen die Bank. Ziel dieser Klage war es vermutlich von den Verpflichtungen aus den abgeschlossenen Swap-Geschäften befreit zu werden.

Der Bürger zahlt die Zeche

titelt die Westfalenpost am 6.1.2018. Neben den aktuellen politischen Themen wie das Recht der Opposition auf Auskünfte und die Frage nach Interessenkonflikten, wenn es um die Windanlagen in der Gemeinde geht, kocht das Thema SWAP Geschäfte erneut auf. Warum wird die Öffentlichkeit auch hier nicht informiert? Der Eindruck, dass ständig „unter den Teppich gekehrt“ wird verfestigt sich immer mehr. Doch Gott sei Dank haben wir die „angstfreien“ Ratsmitglieder der Freien Wähler, die das Spiel der Finnentroper Groko verstanden haben und einfach nicht mitmachen. Einfach wäre es bei jeder Ratsentscheidung reflexartig die Hand zu heben und mitzumachen. Dann wäre die Anerkennung der Mehrheit gewiss und man hätte ein schönes harmonisches Leben. Viel schwerer ist es ständig den Teppich anzuheben und das was darunter befindet hervor zu holen. Ob Steuerverschwendung, Rechtstreitigkeiten, Investorenverpflichtungen oder SWAP Geschäfte – immer wird gemauert. Und wie sagt schon das Sprichwort „Wer mauert hat´s nötig“

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