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Leserbrief zu: „Einzelhandel kommt nicht zurück“ WP vom 9. März 2019

Clemens Bernemann hat die Zustände unnachahmlich auf den Punkt gebracht. Er beschreibt das Lebensgefühl einer Generation Finnentroper, die mit ansehen muss, was aus ihrem Heimatort geworden ist. Das diese Entwicklung nicht zwingend vorgegeben war, zeigen exemplarisch unserer Nachbarstädte Attendorn und Lennestadt.

Auch treffend brachte dieses Gefühl ein französischer Freund auf den Punbkt der mich fragte :“ Warum lebst du in einem Ort mit Abwesenheit von schön?“.

Hier der Leserbrief von Clemens Bernemann

„IHK-Zentrumsmonitor für Finnentrop vorgestellt“, heißt es in der WP vom 9. März 2019. Darin geht es um den Einzelhandel auch im Zentrum am Bahnhof.

Das Untersuchungsergebnis bringt Frau Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein auf die Formel: „Der Einzelhandel ist hier eher unattraktiv“. Es macht „auch keinen Sinn, an Stellen, wo Einzelhandel weggestorben ist, neuen anzusiedeln“.

Im Klartext bedeutet dies: Finnentrop ist tot. Tote soll man gefälligst ruhen lassen. Gut, dass wir mal wieder über den Einzelhandel und ein Zentrum geredet haben.

Bereits im Oktober 2012, hat sich nämlich die Gemeinde ein Einzelhandelskonzept mit hohen Kosten auch für den Bereich am Bahnhof entwickeln lassen und verpflichtet, dieses umzusetzen. Gelandet ist das Konzept in der Schublade, und der jetzige Zentrumsmonitor landet auch genau dort, wenn nicht in der Mülltonne.

Schließlich gibt es in Finnentrop in der Tallage davon satt. Überquellende Mülltonnen am Straßenrand, ganztägig, ganzwöchentlich, ganzjährig, immer. Glascontainer überall gut sichtbar, am Ortseingang, in der Ortsmitte, überall. Es wäre doch mal ein Anfang, den Ort davon zu befreien, um ihn ein bisschen – ich mag es kaum sagen – aufzuhübschen.

Dieses üble Aussehen Finnentrops in der Tallage ist das Ergebnis einer jahrelangen Vernachlässigung und Missachtung der Kernsanierung. Mit dem Abriss des Bahnhofsgebäudes und der Errichtung eines Supermarktes auf einem Filetgrundstück der Gemeinde ohne jegliches städtebauliche Konzept beschleunigte sich dieser Vorgang der Verelendung. Ausschließlich die Freien Wähler und deren Fraktionsmitglieder haben immer wieder gemahnt, gewarnt und Vorschläge zur Kernsanierung vorgetragen. Zuletzt im Jahre 2016, nachdem der damalige Minister Michael Groschek, zuständig u. a. für Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, in Finnentrop zu Besuch war und Hilfen des Landes zur Kernsanierung des Metten Industriekomplexes zugesagt hatte. Er hat geradezu sehnsüchtig auf ein Konzept der Gemeinde gewartet. Die Freien Wähler haben auch dies angemahnt, die GroKo im Rat der Gemeinde nicht. Und deshalb ist natürlich auch nichts geschehen.

Schon vor mehr als 15 Jahren habe ich davor gewarnt, dass eine Gemeinde, die kein Zentrum hat, mit allen ihren Ortsteilen aussterben wird. Beispielhaft sind diese Symptome erkennbar: Sterben der Gasthäuser, starker Einbruch im Tourismus, Zusammenlegung von Grundschulen, Rückgang der Bevölkerung in allen Altersschichten, Verstärkung des Verkehrsaufkommens in der Tallage, stetige Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Ortsteil Finnentrop, Zerstörung der Landschaft im Frettertal über die angedachte Errichtung von Windkraftanalagen. In Fragen der Kooperation mit anderen Sparkassen musste man an Hecken und Zäune gehen. Realschule und Hauptschule wurden zugunsten der Gesamtschule aufgelöst. Und laut WP-Bericht vom 8. März dieses Jahres sind dort „die Zahlen (gemeint sind Anmeldezahlen für das neue Schuljahr an der Gesamtschule) … dramatisch…“ (Heß, Bürgermeister). Was kommt als nächstes?

Es macht keinen Sinn mehr, den Symptomen mit Schmerzmitteln zu begegnen. Finnentrop muss sich ganz neu denken.

Clemens Bernemann

Neubau des Feuerwehgerätehauses

Der nächste Akt in der Geschichte des städtebaulichen Versagens ist eingeläutet. Und wieder grüßt täglich das Murmeltier.

Die Mutter aller Fehler war sicherlich die fixe Idee ein „künstliches“ Zentrum – fernab der Verkehrswege und des Ortskerns auf einer Wiese auf dem Berg zu errichten. Nach anfänglichen Versuchen einiger Geschäftsleute, die bis hin zum Wochenmarkt führten, „natürliche“ Vielfalt in dieses „Zentrum“ zu bringen, erodierte das Geschäftsleben rasant. Anstelle der Einsicht wurden halt zusätzliche öffentliche Einrichtungen geschaffen, oder verlagert. Gemeindebücherei, Polizei und Rettungswache sind Beispiele dafür. Als dann bei der Diskussion um den Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses die Immobilie Dicke vorgeschlagen wurde, spätestens da stieg das „Murmeltier – um beim Vergleich zu bleiben“ erneut aus der Kiste.

Nein, die Feuerwehr muss auch auf den Berg, fernab der Verkehrsströme, koste es was es wolle.

  • Dass der letzte innerörtliche Waldbereich gekeult werden musste – geschenkt,
  • dass die Feuerwehr neben das Schulzentrum im 30km/h Bereich platziert werden soll, – geschenkt,
  • dass die Baumaßnahme auf dem Berg deutlich teurer würde als im Tal, – geschenkt,
  • dass der Termin der Fertigstellung um etliche Jahre nach hinten verschoben werden musste,  – geschenkt,
  • dass die Anwohner des Killeschlader Weges demnächst unter einer mächtigen Mauer leben, – geschenkt,
  • dass die Mehrzahl der Feuerwehrleute lieber an der Bundesstraße gebaut hätten, – geschenkt.

gerodeter Waldbereich im Bereich des Bauplatzes

Hauptsache man schafft „Frequenz“ ins Pseudozentrum. Vermutlich prägt die Befriedigung „den Kopf durchgesetzt zu haben“ aber das Verhalten. Und damit reiht sich das Feuerwehrgerätehaus Finnentrop nahtlos in die Windkraftdiskussion, den Bahnhof, die fehlplatzierte L 539n , die Abschaffung der Real-und Hauptschule, die unsäglichen halben Brücken und die Mettenimmobilie -um nur einige Beispiele zu nennen- ein.

Und wetten, dass der Umzug des DRK im Wesentlichen auch diesem Verhaltensmuster geschuldet ist!?

Wir schenken Euch die Würstchen – und uns die Hilfsfristen!

Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr am 26.01.2019 Beitrag der Freien Wähler Finnentrop

Die Anwesenden in der Schützenhalle Fretter konnten im Rahmen der gestrigen Jahresdienstbesprechung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop durchaus Erstaunliches erfahren – oder auch nicht:

Die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkräfte mussten die Getränke wie bisher selbst zahlen, die zum Verzehr angebotenen Dicken Sauerländer wurden erstmalig von der Verwaltung übernommen. So weit so gut! Auslöser dieser Großzügigkeit der Kommune war offenbar ein Vergleich, der der Verwaltung vorgehalten wurde. So werden traditionell sämtliche Verpflegungsaufwendungen für den Neujahrsempfang des Bürgermeisters komplett von der Verwaltung getragen, die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden mussten bislang ihren Verzehr im Rahmen der Jahresdienstbesprechung aus der eigenen Tasche zahlen.

Unser Vorschlag für die Zukunft:

Die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehr sollte der Kommune nicht nur die Würstchen, sondern auch die Getränke wert sein!

Als „Running Gag“ bezeichnete der Bürgermeister den Neubau des Feuerwehrgeräte-hauses für die Löschgruppe Finnentrop. Offenbar werden die endlosen Bemühungen der Verwaltung, im Zentralort ein adäquates Feuerwehrdomizil zu erbauen, nicht nur außerhalb des Rathauses inzwischen als „gespielter Witz“ angesehen. „So könnte das dann mal aussehen“ erklärte Heß eine Frontansicht des Gebäudes, welche auf der Leinwand in der Fretteraner Schützenhalle präsentiert wurde. Die Betonung lag eindeutig auf „könnte“! Wann die Finnentroper Kameraden das zukünftige Gebäude beziehen werden, wurde nicht verraten. Die unendliche Geschichte „Feuerwehrhaus Finnentrop“ erinnert an den Berliner Flughafen…

Das aktuelle Feuerwehrhaus an der Bamenohlerstrasse

Unvergessen in dieser Angelegenheit bleibt hier die Aussage, „der Sachverstand liege im Rathaus!“  Hoffentlich hat man ihn nicht verlegt und findet ihn nicht wieder!

Besonders bemerkenswert war gestern auch der Umgang mit den Zahlen zum Erreichungsgrad der Hilfsfristen / Schutzziele der Feuerwehr in 2018. Hier wollte man offenbar bewusst keine Daten liefern, viel lieber wurden die geltenden Empfehlungen der AGBF kritisch bewertet. Bereits im aktuell gültigen Brandschutzbedarfsplan hatte man die Erreichungsgrade in der Gemeinde Finnentrop 15 % niedriger angesetzt als in den Empfehlungen angegeben. Hoffentlich droht hier in der anstehenden Fortschreibung keine weitere Absenkung. Dies wäre vermutlich nicht nur problematisch für die Bevölkerung, sondern auch und ganz besonders für die eingesetzten Feuerwehrkräfte!

Eines jedoch ist sicher:

Die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden werden von uns, den Freien Wählern Finnentrop, jede erforderliche politische Unterstützung erhalten!

Herzlichen Dank für Eure Arbeit!

 

Anmerkung :

Bedenkt man, dass der Vorschlag Immobilie Dicke am schmucklosen Kreisel Finnentrop, längst Realität geworden wäre, fragt man sich wieviel Abraum benötigt wird um den Hang zu füllen. Wir lassen uns mal überraschen, wie hoch und massiv die spätere Stützmaurer ausfällt.

Ob sich  Straßenaufbruch als deponierbares Material eignet, ist anzuzweifeln. Vermutlich hat das Gemüse aus den Gärten unterhalb der Lagerstelle zukünftig zusätzliche Aromastoffe.

CDU Podiumsdiskussion Mai 2013!

Zitat ; „Vom Windpark in Finnentrop berichtete der Bürgermeister der sauerländischen Gemeinde, Dietmar Heß (CDU). Dort kam es zu erheblichen Landschaftseingriffen durch den Bau von 200 Meter hohen Anlagen. Dafür sei es vor allem wichtig, die Menschen mitzunehmen, sagte Heß.“ mehr hier

Update: Vielen Dank Werner für die Infos.

In der Gemeinde Finnentrop sind aktuell 3 Windanlagen im Betrieb.

  • 2x Enercon E40-6.44 mit einer Gesamthöhe von     99,8 m – Leistung 0,6MW
  • 1xEnercon E58.10.58 mit einer Gesamthöhe von 100,3 m – Leistung 1,0MW