Unterstellung – ein Leserbrief von Clemens Bernemann

Lange gewartet, immer in der Hoffnung der Bürgermeister D. Heß würde den Bericht über den Neujahrsempfang im Sauerlandkurier vom 13.01.2017 relativieren, um die Spitzen der unhaltbaren Unterstellungen abzuschmelzen. Offenbar aber sind alle gegen die Freien Wähler vorgebrachten Anschuldigungen stillschweigend autorisiert und auf dem Neujahrsempfang so getätigt.

Indem die Freien Wähler in so massiver Form angegriffen wurden, hat der Bürgermeister auch mich angegriffen. Denn ich bin Mitglied der Freien Wähler und in deren Vorstand tätig.

Die Berichte überregionaler Fernsehanstalten wurden nicht von den Freien Wählern „initiiert“. Das Thema „Steuerverschwendung ist in der BRD hoch brisant und wird von allen Medien und auch vom Bund der Steuerzahler wegen des öffentlichen Interesses aufgegriffen. Und diese Medien suchen von sich aus nach Ansprechpartnern.

Schlimm ist die Unterstellung, die Freien Wähler würden sich daran „delektieren, dass über die Gemeinde negativ berichtet wird“. Nein, ich erfreue mich daran nicht. Und da ich die Ernsthaftigkeit aller Mitglieder kenne, kann ich sagen, dass dies auch für sie gilt.

Viele Bürgerinnen und Bürger wissen, dass ich seit vielen Jahren für eine Aufwertung der gesamten Gemeinde Finnentrop kämpfe. Das geschah in Leserbriefen, Vorträgen, In Bürgerversammlungen und auch in einem Artikel in „An Bigge, Lenne und Fretter; Heimatkundliche Beiträge aus der Gemeinde Finnentrop; Dezember 2014/Nr.41“. Immer und mit sorgfältiger Recherche habe ich zwar das erforderliche Salz in die hoffentlich richtige Wunde gestreut, aber immer konstruktiv Wege aufgewiesen, wie Finnentrop sich entwickeln könnte und sollte. Weit über den Ortsteil Finnentrop hinaus nahm ich auch die Ortsteile Lenhausen, Rönkhausen, Fretter, Bamenohl und Heggen in den Blick und mahnte an, dass die dortigen Ortsdurchfahrten zu verschönern seien.

Auch habe ich intensiv dargestellt, wie die einzelnen Ortsteile eine Zukunftsperspektive entwickeln können, ohne dem sachten Tod zu verfallen. Mir liegt jegliche Schadenfreude fern. Es ist widersinnig, wenn so etwas behauptet wird.

Im Gegenteil. Ich leide darunter, dass der Ort immer weiter verkümmert. Man möchte doch am liebsten mit geschlossenen Augen durch das Dorf fahren, damit man das Elend nicht sieht. Aber dieses Elend kriecht bereits den Berg hinauf. Und es macht nirgendwo Halt. Das ist traurig. Das ist bitter. Wie sieht denn die Zukunft für Finnentrop aus? Das ist alles andere als lustig! Darum erfreue ich mich auch nicht daran und auch nicht daran, dass „negativ“ berichtet wird. Bestenfalls hoffe ich, dass nach überregionaler Berichterstattung mehr Menschen in Finnentrop ihre Augen öffnen. Dass sie wach werden und mit uns gemeinsam für eine bessere Ausstattung aller, ich betone aller Ortsteile kämpfen.

Ein Neujahrsempfang wäre eine wunderbare Möglichkeit gewesen, diese Entwicklung anzubahnen. Ein Neujahrsempfang sollte m.E. nicht dazu dienen, eine seriöse Wählergemeinschaft in dieser üblen Weise zu diskreditieren. Und deswegen fehlte mir in der Versammlung auch der deutliche und laute Gegenpart.

Clemens Bernemann

Finnentrop

„Alternative Fakten“ oder „Finnentroper Wahrheiten“?

Stellungnahme von Christian Vollmert

„In der Berichterstattung des Sauerlandkurier vom 13.01.2018 zum Neujahrsempfang der Gemeinde Finnentrop
wird die burgermeisterliche Ansprache zitiert, in der der Eindruck erweckt wurde, unsere Fraktion hätte im Vorfeld
den Steuerverschwendungsorgien „Lennebalkon“ und „Lichtblick Lenneschiene“ zugestimmt.
Hierzu bleibt festzuhalten:
Unsere Fraktion hat in der entscheidenen nichtöffentlichen Ratssitzung am 22.06.2016 das Projekt „Lennebalkon“,
für dessen Realisierung € 180.000,- Steuergelder verpulvert ausgegeben wurden, abgelehnt. Bereits in der
vorangegangenen nichtöffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 07.06.2016 haben wir dieses
mehr als fragwürdige Bauvorhaben ausdrucklich kritisiert. Zudem wurde unser Vorschlag, den nutzlosen
„Lennebalkon“ durch eine sinnvolle Fußgängerbrucke zur Anbindung der Lennestraße an gleicher Stelle zu
ersetzen, abgelehnt.
Auch haben wir dem Abschluß einer Vereinbarung zwischen Strassen.NRW und der Gemeinde Finnentrop zum
noch kostenintensiveren Vorhaben „Lichtblick Lenneschiene“ in der Ratssitzung am 10.02.2015 die Zustimmung
versagt.“

Offener Brief an den Frettertaler Gegenwind

Liebe Frettertalerinnen und Frettertaler,

zunächst unseren herzlichen Glückwunsch für den Mut Widerstand zu leisten. Ihr seid von den „Windkraftvisionen“ unserer Verwaltung direkt betroffen und erkennt das offensichtliche Versagen der lokalen Politik im eigenen Umfeld.

Vielen Bürgern aus der Tallage Finnentrop ist es ähnlich ergangen, als die Verwaltung uns die historischen Wurzeln genommen hat. Der Abriss des Bahnhofs war nur der offensichtliche Höhepunkt von dem was hier passiert ist. Im Gegensatz zu den Orten lenneaufwärts die ihre Bahnhöfe liebevoll saniert und zu erfolgreichen Restaurationsbetrieben umgestaltet haben, entstand hier das ehemals rote- heute rosafarbene Gebäude, dass ohne historische Ansätze überall stehen könnte. Wir laden euch gerne zu einem abendlichen Spaziergang durch das ehemalige Zentrum unserer Gemeinde ein, um selbst zu erleben wie städtebauliches Vollversagen sich anfühlt.  Auch die fixe Idee mit dem künstlichen Zentrum weit ab auf´m Berg zeigt, dass hier jede Sensibilität für das was Finnentrop ausgemacht hat fehlt. Als dann auch noch die Variante zur Beseitigung des Bahnübergangs gebaut wurde, die den Verkehr zweimal durch das enge Tal führt, war uns klar, dass wir uns politisch artikulieren müssen.

Wenn man sich dann durch diese Initialzündung fragt, ist das hier ein Einzelfall, wird man schnell feststellen, dass der Einzelfall System hat und sich in vielfältiger Weise in unserer Gemeinde wiederholt. Schlagworte wie – Steuerverschwendung, Swap Geschäfte, Situation der Schulen, Haushaltsfaktoren, Finnentroper Immobiliengesellschaft, Gerichtsprozesse, Tourismus, Feuerwehr und schließlich das hohe Verständnis für fremde Investoren im windigen Geschäft erschrecken, aber geben auch die nötige Motivation NEIN zu sagen. Wenn unser Bürgermeister -ähnlich der Formel mit dem Investorenverständnis- ständig wiederholt, dass wir immer dagegen sind, dann bleibt euch überlassen zu überlegen, wie man die oben angeführten Punkte politisch abnicken kann.

Aber warum soll es im Gegenteil nicht gelingen das Frettertal – vergleichbar dem Repetal – touristisch aufzuwerten und entlang der Fretter die guten Ansätze aus dem Lennetal zu übernehmen. Aber das geht nur, wenn das, was euer Tal auszeichnet erhalten bleibt – die Schönheit der Natur. Erich Kästner hat uns ins Stammbuch geschrieben: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ In diesem Sinne werden wir aus der Finnentroper Tallage euch politisch unterstützen. Wir wünschen euch Kraft und Mut für den Erhalt des schönen Frettertals zu streiten.

Der Bürger zahlt die Zeche

titelt die Westfalenpost am 6.1.2018. Neben den aktuellen politischen Themen wie das Recht der Opposition auf Auskünfte und die Frage nach Interessenkonflikten, wenn es um die Windanlagen in der Gemeinde geht, kocht das Thema SWAP Geschäfte erneut auf. Warum wird die Öffentlichkeit auch hier nicht informiert? Der Eindruck, dass ständig „unter den Teppich gekehrt“ wird verfestigt sich immer mehr. Doch Gott sei Dank haben wir die „angstfreien“ Ratsmitglieder der Freien Wähler, die das Spiel der Finnentroper Groko verstanden haben und einfach nicht mitmachen. Einfach wäre es bei jeder Ratsentscheidung reflexartig die Hand zu heben und mitzumachen. Dann wäre die Anerkennung der Mehrheit gewiss und man hätte ein schönes harmonisches Leben. Viel schwerer ist es ständig den Teppich anzuheben und das was darunter befindet hervor zu holen. Ob Steuerverschwendung, Rechtstreitigkeiten, Investorenverpflichtungen oder SWAP Geschäfte – immer wird gemauert. Und wie sagt schon das Sprichwort „Wer mauert hat´s nötig“

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